KI und Datenschutz im Unternehmen – Was Sie 2026 beachten müssen
ChatGPT, Copilot, KI-Tools im Unternehmen: Was die DSGVO und der AI Act verlangen, welche Risiken bestehen und wie Sie KI datenschutzkonform einsetzen.
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Kaum ein Thema bewegt den deutschen Mittelstand derzeit so stark wie Künstliche Intelligenz. ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini – KI-Tools sind in vielen Unternehmen bereits im täglichen Einsatz. Oft ohne, dass die Geschäftsführung davon weiß. Und fast immer ohne klare Datenschutzregeln.
Eine Studie der Cyberhaven Labs zeigt: 63 % aller Prompts, die Mitarbeitende in ChatGPT eingeben, enthalten personenbezogene Daten. Kundennamen, E-Mail-Adressen, Vertragsdaten, interne Strategiepapiere – alles landet im Trainingsdatensatz eines US-amerikanischen Anbieters. Ab August 2026 kommt mit dem EU AI Act eine neue regulatorische Schicht hinzu.
Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Er wurde im März 2024 vom EU-Parlament verabschiedet und tritt stufenweise in Kraft. Für die meisten Unternehmen sind die Pflichten ab August 2026 relevant.
Der AI Act kategorisiert KI-Systeme in vier Risikoklassen:
ChatGPT, GPT-4, Claude und ähnliche Large Language Models (LLMs) fallen unter die Kategorie General Purpose AI (GPAI). Für deren Anbieter gelten besondere Pflichten:
Für Sie als Anwender dieser Tools gelten zwar keine direkten GPAI-Pflichten, aber: Wenn Sie ChatGPT in einem Hochrisiko-Kontext einsetzen (z.B. für Personalentscheidungen oder Kundenbewertungen), müssen Sie die Hochrisiko-Anforderungen erfüllen.
Unabhängig vom AI Act gilt die DSGVO bereits heute – und ChatGPT ist ein erhebliches Datenschutzrisiko, das viele Unternehmen unterschätzen.
Wenn Mitarbeitende ChatGPT nutzen, um E-Mails zu formulieren, Verträge zu prüfen oder Kundengespräche zusammenzufassen, landen personenbezogene Daten bei OpenAI. Das ist eine Übermittlung in ein Drittland (USA), die eine Rechtsgrundlage und angemessene Schutzmaßnahmen erfordert.
Konkret müssen Sie prüfen:
Viele Unternehmen setzen auf Microsoft 365 Copilot in der Annahme, dass Daten in der EU bleiben, weil ihr Microsoft-365-Tenant in der EU gehostet ist. Das ist ein gefährlicher Irrtum.
Die EU Data Boundary für Microsoft 365 ist vorhanden, aber:
Prüfen Sie Ihre Microsoft-365-Konfiguration genau und dokumentieren Sie die Einstellungen.
Als "Schatten-KI" bezeichnen wir den unkontrollierten Einsatz von KI-Tools durch Mitarbeitende – ohne Wissen oder Genehmigung des Unternehmens. Studien zeigen, dass in bis zu 70 % der Unternehmen KI-Tools genutzt werden, ohne dass es eine offizielle Richtlinie gibt.
Das Problem: Sie können nicht schützen, was Sie nicht kennen. Und Sie können nicht nachweisen, was Sie nicht dokumentieren.
Die wichtigste Maßnahme, die Sie sofort umsetzen können, ist die Erstellung einer internen KI-Richtlinie. Diese sollte folgende Punkte abdecken:
Welche KI-Tools werden in Ihrem Unternehmen bereits genutzt? Führen Sie eine Befragung durch – ohne Schuldzuweisungen. Ziel ist Transparenz, nicht Bestrafung.
Definieren Sie, welche KI-Tools für welche Zwecke genutzt werden dürfen. Unterscheiden Sie zwischen:
Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden in sicherem KI-Einsatz:
Für den systematischen Einsatz von KI in Geschäftsprozessen ist eine DSFA in der Regel Pflicht. Dokumentieren Sie:
Der EU AI Act gibt Ihnen noch ein Zeitfenster bis August 2026 – aber die DSGVO gilt bereits heute. Jeder Tag, an dem Ihre Mitarbeitenden unkontrolliert personenbezogene Daten in KI-Tools eingeben, ist ein Compliance-Risiko.
Die gute Nachricht: Sie müssen KI nicht verbieten. Im Gegenteil – KI kann ein enormer Produktivitätsvorteil sein. Aber Sie müssen den Einsatz regeln, dokumentieren und überwachen.
Buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch mit unseren Experten. Wir helfen Ihnen bei der Erstellung einer KI-Richtlinie, der Durchführung einer DSFA und der DSGVO-konformen Konfiguration Ihrer KI-Tools. Praxisnah, verständlich und auf den Mittelstand zugeschnitten. Erfahren Sie mehr über unsere AI-Act-Beratung in Hamburg und unsere Datenschutzberatung.
Inhaltsverzeichnis
ChatGPT, Copilot, KI-Tools im Unternehmen: Was die DSGVO und der AI Act verlangen, welche Risiken bestehen und wie Sie KI datenschutzkonform einsetzen.
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Über den Autor
Co-Founder
Jens ist Co-Founder und Geschäftsführer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH. Mit über 20 Jahren IT-Erfahrung verbindet er technisches Know-how mit strategischem Denken, um Datenschutz und Compliance für KMU zugänglich zu machen.
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