Notfallplanung für Unternehmen – Der KMU-Leitfaden für den Ernstfall
Notfallplanung für KMU: Rechtliche Pflichten, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Vorlage für Ihren IT-Notfallplan.
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Ihr größter Kunde schickt einen Fragebogen zur Informationssicherheit. 40 Fragen, Deadline in zwei Wochen. Eine davon: „Wer ist Ihr Informationssicherheitsbeauftragter?" Sie schauen sich um. Niemand meldet sich.
Diese Situation erleben wir bei KMU ständig. Informationssicherheit wird oft nebenbei von der IT-Abteilung mitgemacht. Bis ein Vorfall passiert, ein Audit ansteht oder ein Großkunde nachhakt. Dann wird es hektisch.
Ein Informationssicherheitsbeauftragter (ISB) sorgt dafür, dass es gar nicht erst so weit kommt. Dieser Artikel erklärt, was ein ISB tut, wann Sie einen brauchen und wie Sie die Rolle sinnvoll besetzen.
Der ISB ist der Dreh- und Angelpunkt für Informationssicherheit in Ihrem Unternehmen. Seine Kernaufgaben lassen sich in fünf Bereiche gliedern:
Die beiden Rollen werden oft verwechselt. Das ist gefährlich, denn sie haben unterschiedliche Aufgaben:
| Merkmal | ISB | DSB |
|---|---|---|
| Schutzgegenstand | Alle Unternehmensinformationen | Personenbezogene Daten |
| Rechtsgrundlage | ISO 27001, BSI-Grundschutz, NIS2 | DSGVO, BDSG |
| Bestellung | Freiwillig oder normbasiert | Gesetzliche Pflicht ab 20 MA |
| Fokus | Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit | Rechte der Betroffenen |
| Weisungsgebunden? | Ja, an die Geschäftsführung | Nein, unabhängig |
Idealerweise arbeiten ISB und Datenschutzbeauftragter eng zusammen. Die Rollen sollten aber nicht in einer Person vereint sein – zu unterschiedlich sind die Perspektiven.
Es gibt keine allgemeine gesetzliche Pflicht, einen ISB zu bestellen. Aber es gibt viele Situationen, in denen es faktisch notwendig wird:
Auch ohne formale Pflicht haftet die Geschäftsführung bei Sicherheitsvorfällen persönlich, wenn angemessene Maßnahmen fehlten. Ein ISB ist der beste Nachweis, dass Sie Ihre Sorgfaltspflicht ernst nehmen. Mehr dazu in unserem Artikel zur NIS2-Compliance.
Beide Modelle haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung hängt von Ihrer Unternehmensgröße, Branche und Budget ab.
Interner ISB: Kennt das Unternehmen im Detail, ist täglich vor Ort und in alle Prozesse eingebunden. Nachteil: hohe Personalkosten, Betriebsblindheit und oft fehlende Spezialisierung.
Externer ISB: Bringt breite Erfahrung aus verschiedenen Branchen mit, bleibt unabhängig und ist skalierbar. Für KMU mit 20 bis 200 Mitarbeitern oft die wirtschaftlichere Lösung.
Wir als externer CISO und ISB begleiten Unternehmen in Hamburg und deutschlandweit. Der Vorteil: Sie bekommen Expertenwissen, ohne eine Vollzeitstelle schaffen zu müssen.
Viele Unternehmer denken, ich bin doch zu klein für das ganze Thema Datenschutz. Wir haben Mandanten mit drei, vier, fünf Mitarbeitern – die arbeiten für große Kunden mit enormen Ansprüchen an den Datenschutz.
Nicht jeder IT-Mitarbeiter eignet sich als ISB. Die Rolle erfordert eine Mischung aus technischem Wissen, organisatorischem Geschick und Kommunikationsstärke.
Fachlich sollte ein ISB diese Grundlagen beherrschen:
Anerkannte Zertifizierungen sind CISM (ISACA), CISSP (ISC2) oder der BSI-Grundschutz-Praktiker. Für KMU ist aber Praxiserfahrung oft wichtiger als Zertifikate.
Sie brauchen einen ISB, aber wollen keine Vollzeitstelle schaffen? Wir übernehmen die Rolle als externer Informationssicherheitsbeauftragter – pragmatisch, erfahren und auf KMU spezialisiert. Nutzen Sie unseren kostenlosen Website-Check als ersten Einstieg.
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Erstgespräch buchen →Ein Informationssicherheitsbeauftragter (ISB) entwickelt und überwacht das Sicherheitskonzept eines Unternehmens. Er führt Risikoanalysen durch, erstellt Richtlinien, schult Mitarbeiter, begleitet Audits und berät die Geschäftsführung zu allen Fragen der Informationssicherheit.
Eine gesetzliche Pflicht besteht für KRITIS-Betreiber und ab 2025 für NIS2-betroffene Unternehmen. Darüber hinaus fordern viele Normen wie ISO 27001 und Branchenstandards einen ISB. Auch ohne Pflicht ist ein ISB für KMU mit sensiblen Daten sinnvoll.
Der Informationssicherheitsbeauftragte (ISB) schützt alle Unternehmensinformationen – digital und analog. Der Datenschutzbeauftragte (DSB) kümmert sich speziell um personenbezogene Daten nach DSGVO. Beide Rollen ergänzen sich, sollten aber nicht von derselben Person ausgeübt werden.
Für KMU liegen die monatlichen Kosten für einen externen ISB zwischen 500 und 2.000 Euro – abhängig von Unternehmensgröße, Branche und Leistungsumfang. Das ist oft günstiger als eine interne Vollzeitstelle.
Ein ISB sollte fundierte Kenntnisse in IT-Sicherheit, Risikomanagement und relevanten Normen wie ISO 27001 oder BSI-Grundschutz mitbringen. Anerkannte Zertifizierungen sind zum Beispiel CISM, CISSP oder die BSI-Grundschutz-Praktiker-Ausbildung.
Inhaltsverzeichnis
Notfallplanung für KMU: Rechtliche Pflichten, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Vorlage für Ihren IT-Notfallplan.
WeiterlesenSicherheitsbewertung für Unternehmen: Methoden, Ablauf und Checkliste zur systematischen Identifikation von IT- und physischen Sicherheitslücken.
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Über den Autor
Datenschutzberater & Geschäftsführer
Nils ist zertifizierter Datenschutzbeauftragter und Geschäftsführer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH. Er berät mittelständische Unternehmen zu DSGVO, NIS2 und IT-Sicherheit – praxisnah und verständlich.
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