Regulierungswelle 2026: NIS2, DORA, AI Act und CRA im Überblick
Vier EU-Regulierungen treffen Unternehmen gleichzeitig: NIS2, DORA, AI Act und CRA. Fristen, Pflichten, Überschneidungen und Ihre Checkliste — kompakt erklärt.
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Nutzen Sie ChatGPT? Arbeiten Ihre Mitarbeiter mit Microsoft Copilot? Hat Ihr CRM eine KI-gestützte Lead-Bewertung? Dann betrifft Sie Art. 4 AI Act. Seit Februar 2025. Nicht irgendwann — jetzt.
Die KI-Kompetenzpflicht ist keine Empfehlung. Es ist eine gesetzliche Vorgabe der EU, die für jedes Unternehmen gilt, das KI-Systeme nutzt. Und die meisten KMU wissen noch nicht einmal davon.
Der Wortlaut ist klar: Anbieter und Betreiber von KI-Systemen müssen „Maßnahmen ergreifen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal und andere Personen, die in ihrem Auftrag mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind, über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügen."
Das Schlüsselwort ist „Betreiber" (deployer). Jedes Unternehmen, das ein KI-System im Geschäftsbetrieb einsetzt, ist Betreiber — unabhängig davon, ob es das System selbst entwickelt hat.
Praktisch jedes Unternehmen. Denn KI ist längst im Alltag angekommen:
| KI-System | Nutzer im Unternehmen | Art-4-Pflicht? |
|---|---|---|
| ChatGPT / Claude | Marketing, Vertrieb, Assistenz | ✅ Ja |
| Microsoft Copilot | Alle M365-Nutzer | ✅ Ja |
| KI-CRM (HubSpot, Salesforce Einstein) | Vertrieb | ✅ Ja |
| Automatisierte Buchhaltung (DATEV KI) | Finanzbuchhaltung | ✅ Ja |
| KI-gestütztes Recruiting (z. B. Personio KI) | HR-Abteilung | ✅ Ja |
| Chatbot auf der Website | Kein direkter Mitarbeiter, aber Anbieter | ✅ Ja (als Betreiber) |
Die Pflicht gilt nicht nur für Hochrisiko-KI-Systeme. Art. 4 betrifft ALLE KI-Systeme — auch die harmlos wirkenden. Wenn ein Mitarbeiter ChatGPT für Kundenkommunikation nutzt, muss er wissen, was er tut.
Die IHK Rhein-Neckar und die Kanzlei Noerr interpretieren Art. 4 in drei Kompetenzbereichen:
1. Technisches Grundverständnis
2. Regulatorisches Wissen
3. Anwendungsbezogene Kenntnisse
Keine Frage ist doof. Wir erklären auch zum fünften Mal, was ein KI-System im Sinne des AI Act ist. Wichtig ist, dass Ihre Mitarbeiter verstehen, was sie da nutzen — und wo die Grenzen sind. Ein Kollege, der Kundendaten in ChatGPT eingibt, hat keine böse Absicht. Er weiß es einfach nicht besser.
Art. 4 selbst sieht keine direkten Bußgelder vor. Aber: Fehlende KI-Kompetenz kann in Haftungsprozessen als Verletzung einer Sorgfaltspflicht gewertet werden. Wenn ein KI-System Schäden verursacht und das Unternehmen keine Schulungen nachweisen kann, steht es schlecht da. Ab August 2026 werden die AI-Act-Sanktionen über das KI-MIG in Deutschland vollstreckbar — mit Bußgeldern bis zu 35 Mio. Euro.
Hamburg ist ein Tech-Standort mit hoher KI-Durchdringung — von Medienunternehmen über E-Commerce bis zu FinTechs. Als Datenschutzschulung in Hamburg bieten wir praxisnahe KI-Kompetenzschulungen an: von der Basis-Sensibilisierung bis zur Erstellung einer KI-Richtlinie.
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Seit dem 2. Februar 2025 — eine der ersten scharfgeschalteten Bestimmungen des AI Act.
Alle, die KI-Systeme anbieten oder nutzen. ChatGPT, Microsoft Copilot, KI-CRM — alles zählt. Branche und Größe spielen keine Rolle.
Keine direkten Bußgelder für Art. 4, aber Haftungsrisiko bei KI-Schäden. Ab August 2026 werden AI-Act-Sanktionen (bis 35 Mio. Euro) über das KI-MIG durchsetzbar.
Drei Bereiche: Technik (Wie funktioniert KI, Grenzen, Bias), Regulierung (AI Act, DSGVO), Anwendung (sichere Nutzung, was darf eingegeben werden). Für die meisten Mitarbeiter reicht eine 2-Stunden-Basis-Schulung.
Inhaltsverzeichnis
Vier EU-Regulierungen treffen Unternehmen gleichzeitig: NIS2, DORA, AI Act und CRA. Fristen, Pflichten, Überschneidungen und Ihre Checkliste — kompakt erklärt.
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Über den Autor
Datenschutzberater & Geschäftsführer
Nils ist zertifizierter Datenschutzbeauftragter und Geschäftsführer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH. Er berät mittelständische Unternehmen zu DSGVO, NIS2 und IT-Sicherheit – praxisnah und verständlich.
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