AVV Auftragsverarbeitung – Muster, Inhalt und typische Fehler
AVV nach DSGVO Art. 28 richtig erstellen: Pflichtinhalte, häufige Fehler und Praxistipps für Hamburger KMU – mit Muster-Übersicht.
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Microsoft Teams ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Rund 320 Millionen Nutzer weltweit arbeiten mit der Plattform. Doch gerade in Deutschland steht Teams regelmäßig in der Kritik: Die Datenschutzkonferenz (DSK) bemängelte fehlende Transparenz bei der Datenverarbeitung, unklare Vertragskonstellationen und den Datentransfer in die USA.
Trotzdem: Microsoft Teams lässt sich DSGVO-konform betreiben. Voraussetzung sind die richtigen Einstellungen, ein sauber abgeschlossener AVV und ein bewusster Umgang mit den Funktionen.
Die DSK hat in ihrem Beschluss von November 2022 festgestellt, dass der Standard-AVV von Microsoft die Anforderungen aus Art. 28 Abs. 3 DSGVO nicht vollständig erfüllt. Die Hauptkritikpunkte:
Allerdings: Seit 2023 hat Microsoft erheblich nachgebessert. Die EU Data Boundary sorgt dafür, dass Daten europäischer Kunden in EU-Rechenzentren verbleiben. Der hessische Datenschutzbeauftragte bestätigte 2025, dass Microsoft 365 datenschutzkonform einsetzbar ist.
Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist Pflicht, wenn Sie Microsoft Teams einsetzen. Die gute Nachricht: Microsoft stellt den AVV automatisch als Teil der Online Service Terms bereit — das sogenannte Data Protection Addendum (DPA).
Sie müssen also keinen separaten Vertrag aushandeln. Aber Sie sollten das DPA kennen und prüfen. Denn die DSK und mehrere Landesdatenschutzbehörden haben 2023 eine Handreichung veröffentlicht, die empfiehlt, zusätzliche Vereinbarungen mit Microsoft zu treffen.
Das sollten Sie beim DPA beachten:
Nicht jede Teams-Funktion ist gleich kritisch. Diese Tabelle zeigt, worauf Sie achten müssen:
| Feature | Datenschutz-Risiko | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| Chat & Nachrichten | Mittel | Aufbewahrungsrichtlinien konfigurieren |
| Videokonferenzen | Mittel | Aufzeichnungen nur mit Einwilligung |
| Transkription & Untertitel | Hoch | Standardmäßig deaktivieren |
| Microsoft Copilot in Teams | Hoch | KI-Verarbeitung prüfen und steuern |
| Anwesenheitsstatus | Niedrig | Mitarbeitende informieren |
| Apps & Integrationen | Hoch | Drittanbieter-Apps einschränken |
| Gastbeitritte (extern) | Mittel | Gastzugang nur bei Bedarf aktivieren |
| Aktivitätsberichte | Hoch | Nur für Admins, Zweckbindung beachten |
Diese Einstellungen sollten Sie im Microsoft Teams Admin Center und Microsoft 365 Admin Center vornehmen:
EU Data Boundary aktivieren
Seit Januar 2025 bietet Microsoft die EU Data Boundary für alle M365-Dienste an. Damit bleiben Kundendaten, Diagnosedaten und servicegenerierte Daten in EU-Rechenzentren. Aktivieren Sie diese Option im Microsoft 365 Admin Center unter "Organisationseinstellungen". Das beseitigt den DSK-Kritikpunkt zum Drittlandtransfer.
Neben den Einstellungen in Teams müssen Sie Ihre Schutzmaßnahmen im Datenschutzkonzept dokumentieren. Das betrifft:
Diese Dokumentation gehört ins Verarbeitungsverzeichnis und ist bei einer Prüfung durch die Aufsichtsbehörde das Erste, was angefordert wird.
Trotz aller Maßnahmen kann es zu einer Datenpanne kommen — etwa durch kompromittierte Zugangsdaten oder falsch konfigurierte Freigaben. Dann gilt:
Ein externer Datenschutzbeauftragter kann bei der Bewertung und Meldung unterstützen.
Nils Kamradt, Geschäftsführer frag.hugo: “Für jeden ist Datenschutz wichtig. Und für uns ist es wichtig, eine pragmatische Lösung zu finden, wie Unternehmen ihren Datenschutz umsetzen — ohne dabei den Geschäftsbetrieb einzustellen.”
Das Wichtigste auf einen Blick:
Microsoft 365 datenschutzkonform?
Wir prüfen Ihre M365-Konfiguration und stellen sicher, dass alles DSGVO-konform läuft.
M365-Check anfragen →Vom Startup in der HafenCity bis zum Handelsunternehmen in der Speicherstadt: Microsoft Teams ist in Hamburger Büros allgegenwärtig. Doch gerade bei Unternehmen mit Kundenkontakt in der Finanz- und Gesundheitsbranche reichen die Standardeinstellungen nicht aus. Wir konfigurieren M365 für Hamburger Unternehmen DSGVO-konform — inklusive AVV-Prüfung und TOM-Dokumentation. Mehr dazu bei unserer Datenschutzberatung in Hamburg.
Ja, aber nur mit den richtigen Einstellungen. Sie benötigen einen gültigen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit Microsoft, müssen optionale Diagnosedaten deaktivieren und die Datenresidenz auf die EU beschränken.
Ja. Microsoft ist Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO. Der AVV ist im Microsoft Products and Services Data Protection Addendum (DPA) enthalten und muss im Microsoft 365 Admin Center akzeptiert werden.
Besonders relevant sind: Aufzeichnung von Meetings, Anwesenheitsberichte, Activity Reports im Admin Center und die Integration von Drittanbieter-Apps. Jede dieser Funktionen erfordert eine eigene datenschutzrechtliche Bewertung.
Nein. Alle Teilnehmer müssen vor der Aufzeichnung informiert werden und aktiv zustimmen. Teams zeigt zwar einen Hinweis an, aber Sie sollten zusätzlich im Meeting mündlich darauf hinweisen und den Zweck nennen.
Für Kunden mit Rechnungsadresse in der EU speichert Microsoft die Kerndaten in europäischen Rechenzentren. Prüfen Sie im Admin Center unter Organisationsprofil, ob Ihre Datenresidenz auf die EU eingestellt ist.
Inhaltsverzeichnis
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Über den Autor
Datenschutzberater & Geschäftsführer
Nils ist zertifizierter Datenschutzbeauftragter und Geschäftsführer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH. Er berät mittelständische Unternehmen zu DSGVO, NIS2 und IT-Sicherheit – praxisnah und verständlich.
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