Inhalt in Kürze
- Datenschutz-Software strukturiert Dokumentation (VVT, AVV, DSFA) — ersetzt aber keine Rechtsberatung und keine DSB-Haftung.
- DataGuard und caralegal richten sich primär an Unternehmen mit eigenem Datenschutz-Team; die Preise starten bei 79–350 €/Monat.
- frag.hugo Hugo DSB kombiniert Plattform + echten externen DSB ab 149 €/Monat — für KMU ohne internen Datenschutzexperten der entscheidende Unterschied.
- Wer noch keine 20 Personen in der Datenverarbeitung hat, braucht dennoch ein Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO.
Sie suchen eine Datenschutz-Software für Ihr Unternehmen und fragen sich, ob DataGuard, caralegal oder eine andere Lösung zu Ihnen passt. Vielleicht haben Sie gerade eine DSGVO-Anfrage eines Kunden bekommen — oder Ihr neuer Auftraggeber fragt nach einem Auftragsverarbeitungsvertrag. Egal was der Auslöser ist: Der Markt für Datenschutz-Software ist in den letzten zwei Jahren erheblich gewachsen, und die Anbieter unterscheiden sich in Zielgruppe, Funktionsumfang und Preisstruktur deutlich.
Dieser Vergleich zeigt Ihnen, was diese Tools können — und was sie nicht können.
Was eine Datenschutz-Software können muss
Bevor wir die Anbieter vergleichen, kurz zur Ausgangsfrage: Was sind die DSGVO-Pflichtbausteine, die jedes KMU abdecken muss?
- Verarbeitungsverzeichnis (VVT). Pflicht nach Art. 30 DSGVO für alle Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern — und faktisch für alle, die regelmäßig personenbezogene Daten verarbeiten.
- Auftragsverarbeitungsverträge (AVV). Sobald ein Dienstleister Daten für Sie verarbeitet (Cloud, Lohnbuchhaltung, CRM), brauchen Sie einen schriftlichen AVV. Pflicht nach Art. 28 DSGVO.
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Notwendig bei Verarbeitungen mit hohem Risiko — z.B. Videoüberwachung, Scoring, Gesundheitsdaten.
- Betroffenenanfragen verwalten. Auf Auskunfts- und Löschanfragen muss innerhalb von 30 Tagen reagiert werden.
- Datenpannen dokumentieren und melden. Schwerwiegende Vorfälle müssen innerhalb von 72 Stunden bei der Datenschutzbehörde gemeldet werden — HmbBfDI für Hamburger Unternehmen.
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs). Dokumentation der Sicherheitsmaßnahmen nach Art. 32 DSGVO.
- Mitarbeiterschulungen. Alle Beschäftigten, die personenbezogene Daten verarbeiten, müssen regelmäßig geschult werden.
Eine gute Datenschutz-Software deckt diese Punkte mit strukturierten Vorlagen, automatisierten Erinnerungen und Audit-Trail ab. Was sie nicht liefert: Rechtsberatung, Haftung und die Funktion eines Datenschutzbeauftragten.
DataGuard ist eines der bekanntesten deutschen Compliance-Tools — und richtet sich mit seiner Preisstruktur eher an mittelständische Unternehmen mit eigener Compliance-Abteilung.
Stärken: Breiter Funktionsumfang (DSGVO, ISO 27001, NIS2), starke GRC-Funktionen, gut skalierbar für komplexe Organisationen. Die Kombination aus Datenschutzmanagement und IT-Sicherheit ist für Unternehmen sinnvoll, die beide Themen effizient in einem Tool abbilden wollen. Die Plattform gilt als modular aufgebaut — je nach Paket aktivieren Sie nur die Module, die Sie benötigen.
Einschränkungen: Die Preise für das KMU-Segment sind nicht öffentlich — DataGuard erstellt individuelle Angebote. Erfahrungsberichte und Bewertungsportale nennen Einstiegspreise von 350–600 €/Monat für kleinere Pakete, mit Jahresvertrag. Ein externer Datenschutzbeauftragter ist nicht automatisch inkludiert: Sie bekommen die Software, aber kein menschliches Gegenüber, das für Sie haftet.
Fazit für KMU: DataGuard macht Sinn, wenn Sie bereits einen internen Datenschutzverantwortlichen haben und eine leistungsfähige Plattform zur Verwaltung von Verarbeitungstätigkeiten, Audits und Dokumentation suchen. Für kleine Unternehmen ohne eigenes Datenschutz-Know-how ist die Lernkurve steil und der Preis hoch.
caralegal ist ein deutsches Datenschutz-Management-System, das als Spin-off der Berliner Datenschutzberatung ISiCO entstanden ist. Das zeigt sich im Funktionsumfang: Das Tool ist erkennbar von Datenschutzexperten gedacht — und entsprechend strukturiert.
Preise und Pakete: Der Einstieg beginnt bei 79 €/Monat (Essential). Höhere Pakete liefern KI-gestützte AVV-Prüfung (“cara28”), automatisierten Website-Cookie-Check und eine Online-Rechtsbibliothek. Der Server-Standort ist Deutschland (Open Telekom Cloud, ISO 27001-zertifiziert).
Stärken: Vier klar strukturierte Compliance-Workflows (Privacy Flow, Risk Flow, Audit & Vendor Flow, AI Flow), gutes Berichts-Dashboard, automatisierte Erinnerungen. Die Datenschutzsoftware gilt als intuitiv bedienbar — laut Anbieter sparen Teams im Schnitt 64 % der Zeit gegenüber manueller Dokumentation. Datenschutz-Folgenabschätzungen lassen sich direkt aus dem Tool heraus erstellen und versionieren.
Einschränkungen: Auch hier: Kein externer DSB inkludiert. caralegal ist eine Software-Plattform — die Beratung und die Haftung für Ihre Datenschutz-Compliance bleiben Ihre Aufgabe oder die eines separat beauftragten DSB. Für Datenschutz-Laien kann die Tiefe des Tools anfangs überwältigend wirken.
Fazit für KMU: caralegal ist eine solide Wahl für datenschutz-affine Unternehmen, die bereits wissen was sie tun — oder die bereits einen externen DSB haben und nur ein gutes Dokumentations-Tool suchen. Für Einsteiger ohne Datenschutz-Hintergrund braucht es mehr Begleitung.
Hugo DSB ist unser eigenes Produkt — daher sagen wir klar, wo wir gut sind und wo andere besser passen.
Was Hugo DSB macht: Die Plattform deckt VVT, AVV-Verwaltung, DSFA, Mitarbeiterschulungen und Datenpannen-Dokumentation ab. Automatisierte Workflows strukturieren das Datenschutzmanagement für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigenes Datenschutz-Team.
Der entscheidende Unterschied: Hugo DSB kommt mit einem echten externen Datenschutzbeauftragten — kein Chatbot, kein automatisierter Assistent. Sie haben eine konkrete Ansprechperson, die für Sie gegenüber Behörden auftritt, Datenpannen meldet, Mitarbeiterfragen beantwortet und gegebenenfalls haftet.
149 €
Starter/Monat inkl. DSB
Für wen passt Hugo DSB: KMU zwischen 10 und 250 Mitarbeitern, die weder einen internen Datenschutzbeauftragten haben noch eine eigene Compliance-Abteilung. Unternehmen, die DSGVO-konform werden wollen, ohne ein zweites Vollzeit-Studium in Datenschutzrecht zu absolvieren. Und Unternehmen, die einen Auftraggeber haben, der nach einem benannten DSB fragt.
Wo andere besser passen: Wenn Sie ein internes Datenschutz-Team haben und nur ein leistungsstarkes GRC-Tool suchen, sind DataGuard oder caralegal funktionsreicher. Wenn Sie eine reine Software wollen und den DSB bereits extern beauftragt haben, reicht caralegal Essential.
Kleinere Alternativen: heyData, Proliance und Kanzlei-Lösungen
heyData positioniert sich ähnlich wie Hugo DSB: Software plus optionaler externer DSB, Einstieg ab 89 €/Monat. Stärke: sehr einfache Bedienung, schnelle Einrichtung. Einschränkung: Der Funktionsumfang ist kleiner als bei caralegal oder DataGuard; für komplexere Unternehmen schnell zu eng.
Proliance 360 (von datenschutzexperte.de) ist besonders für Datenschutz-Einsteiger strukturiert: Schritt-für-Schritt-Führung durch alle DSGVO-Anforderungen. Gut als Einstiegspunkt, aber kein inkludierter DSB und eher für Unternehmen, die bereits Datenschutz-Grundwissen mitbringen.
Kanzlei-Lösungen (individuell mit Datenschutzanwalt): Sehr individuell, oft teurer, aber rechtssicher. Sinnvoll für Branchen mit besonders sensiblen Daten (Gesundheitswesen, Finanzdienstleister) oder bei laufenden behördlichen Verfahren.
Tipp:
Prüfen Sie vor der Auswahl: Haben Sie bereits einen externen DSB? Dann reicht oft eine reine Software-Plattform. Fehlt Ihnen der DSB noch, ist eine kombinierte Lösung fast immer günstiger als Software + separater DSB-Vertrag. Vergleichen Sie das Gesamtpaket — nicht nur den Software-Preis.
Anbieter im direkten Vergleich
| Anbieter | Einstiegspreis | Plattform | Externer DSB inkludiert | Zielgruppe | USP |
|---|
| DataGuard | ~350 €/Mo (individuell) | Ja, umfangreich | Nein | Mittelstand, 50+ MA | GRC + DSGVO + ISO 27001 in einem |
| caralegal | 79 €/Mo | Ja, strukturiert | Nein | KMU mit Datenschutz-Know-how | KI-gestützte AVV-Prüfung, EU-Hosting |
| frag.hugo Hugo DSB | 149 €/Mo | Ja | Ja, inkludiert | KMU 10–250 MA ohne DSB | Plattform + echter externer DSB |
| heyData | 89 €/Mo | Ja, einfach | Optional | Start-ups, kleine KMU | Schnelle Einrichtung, einfache Bedienung |
| Proliance 360 | individ. | Ja | Nein | Einsteiger-KMU | Strukturierte Schritt-für-Schritt-Führung |
| Kanzlei-Lösung | ab ~200 €/Mo | Nein/individuell | Ja | Sonderfälle, risikoreiche Branchen | Individuelle Rechtsberatung |
Welche Lösung passt zu welchem Unternehmen?
Bis 20 Mitarbeiter, kein interner Datenschutzverantwortlicher: Sie brauchen keine komplexe Plattform. Aber Sie brauchen ein Verarbeitungsverzeichnis, AVVs mit Ihren Dienstleistern und jemanden, der weiß was er tut. heyData oder Hugo DSB Starter sind die unkompliziertesten Einstiege.
20–100 Mitarbeiter, wachsende Datenkomplexität: Jetzt wird es ernst. Wahrscheinlich verarbeiten Sie Kundendaten, nutzen dutzende Cloud-Dienste, haben Mitarbeiter im Homeoffice. Ein strukturiertes Datenschutzmanagement-System ist Pflicht — und ein benannter DSB ist empfehlenswert. Hugo DSB Professional oder caralegal mit externem DSB-Vertrag.
100–300 Mitarbeiter, möglicherweise DSB-Pflicht: Ab 20 Personen in der Datenverarbeitung ist ein Datenschutzbeauftragter nach § 38 BDSG Pflicht. Hier lohnt sich ein Vergleich zwischen Hugo DSB Enterprise, DataGuard und caralegal — je nach Ihrer internen IT- und Compliance-Struktur.
Über 300 Mitarbeiter oder besonders risikoreiche Branchen: DataGuard oder eine maßgeschneiderte Kanzleilösung. Die Komplexität rechtfertigt den höheren Investitionsaufwand.
Aus der Praxis
„Viele Unternehmer denken, ich bin doch zu klein für das ganze Thema Datenschutz. Wir haben Mandanten mit drei, vier, fünf Mitarbeitern — die arbeiten für große Kunden mit enormen Ansprüchen an den Datenschutz. Und wenn der Auftraggeber einen benannten Datenschutzbeauftragten sehen will, reicht keine Excel-Liste mehr."
Nils Oehmichen — Datenschutzberater bei frag.hugo, TÜV-zertifizierter externer DSB
Wir sehen das bei unseren Mandanten regelmäßig: Die Entscheidung für eine Datenschutz-Software fällt oft nicht aus eigener Initiative, sondern weil ein Auftraggeber, ein Versicherer oder ein Zertifizierungsauditor nachfragt. Dann zählt nicht, welche Software Sie haben — sondern ob das Verarbeitungsverzeichnis vollständig, die AVVs abgezeichnet und die Datenschutz-Folgenabschätzung dokumentiert sind.
Lesen Sie auch unsere Artikel zu internem vs. externem Datenschutzbeauftragten und zu den Kosten eines externen DSB für eine tiefere Entscheidungsgrundlage.
Das Wichtigste: Datenschutz-Software strukturiert Ihre Dokumentation — ersetzt aber keinen Datenschutzbeauftragten. Wer weder intern noch extern einen benannten DSB hat, sollte eine Kombilösung wählen. Die Preisdifferenz zwischen "Software only" und "Software + DSB" ist kleiner als die meisten denken.
Datenschutz-Software und DSB aus einer Hand
Hugo DSB kombiniert eine strukturierte DSGVO-Plattform mit einem echten externen Datenschutzbeauftragten ab 149 €/Monat. Wir zeigen Ihnen in 15 Minuten, ob und wie das für Ihr Unternehmen passt.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet Datenschutz-Software für KMU?
Die Preisspanne ist groß: caralegal Essential startet bei 79 €/Monat, heyData bei 89 €/Monat, frag.hugo Hugo DSB (inkl. externem DSB) bei 149 €/Monat. DataGuard erstellt individuelle Angebote — Marktberichte nennen Einstiegspreise ab 350 €/Monat für kleinere Pakete. Achten Sie darauf, ob ein Datenschutzbeauftragter inkludiert ist oder separat beauftragt werden muss.
Brauche ich Software oder einen externen DSB?
Beides erfüllt unterschiedliche Aufgaben. Software strukturiert Dokumentation und automatisiert Workflows. Ein externer DSB berät, haftet, meldet Datenpannen bei Behörden und steht für Mitarbeiterfragen bereit. Die sinnvollste Kombination für KMU ohne eigenes Datenschutz-Know-how: beides in einem Paket. Mehr dazu im Artikel Externer vs. interner Datenschutzbeauftragter — der Vergleich.
Reicht eine Excel-Liste für das Verarbeitungsverzeichnis?
Rechtlich ja — solange alle Pflichtfelder nach Art. 30 DSGVO enthalten sind. Praktisch ist Excel riskant: Keine Versionierung, kein Audit-Trail, keine automatisierten Erinnerungen. Für mehr als 10 Verarbeitungstätigkeiten lohnt sich eine spezialisierte Software. Wie Sie das Verarbeitungsverzeichnis strukturieren, zeigt unsere Anleitung mit Vorlage.
Alle genannten Anbieter — DataGuard, caralegal, heyData, Proliance und frag.hugo Hugo DSB — sind auf deutschen oder europäischen Servern gehostet und erfüllen die DSGVO-technischen Anforderungen. Entscheidend ist aber nicht nur das Tool, sondern ob es vollständig befüllt und gepflegt wird. Eine leere Datenschutz-Plattform schützt Sie genauso wenig wie eine leere Excel-Datei.
Was unterscheidet frag.hugo von reinen Software-Lösungen?
Hugo DSB kombiniert die Plattform (VVT, AVV, DSFA, Schulungen) mit einem echten externen Datenschutzbeauftragten. Das bedeutet: Der DSB haftet, berät, meldet Datenpannen und steht für Ihre Mitarbeiterfragen bereit. Reine Software-Anbieter liefern das Tool — die Verantwortung bleibt beim Geschäftsführer. Mehr zu unserem Ansatz auf der Seite zum externen Datenschutzbeauftragten Hamburg.
Ab wann brauche ich einen Datenschutzbeauftragten?
Nach § 38 BDSG müssen Unternehmen einen DSB benennen, wenn mindestens 20 Personen regelmäßig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind. Außerdem wenn das Kerngeschäft in besonders risikoreichen Datenverarbeitungen liegt (Gesundheitsdaten, Scoring, Videoüberwachung). Die HmbBfDI gibt dazu kostenlos Auskunft. Für AVV-Themen lesen Sie unsere Praxishinweise zu AVV und Auftragsverarbeitung.