HBDI: 54. Tätigkeitsbericht zum Datenschutz (2025) — Zahlen und Schwerpunkte
Der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit — Aufsicht über Unternehmen, Vereine und öffentliche Stellen mit Sitz in Hessen, einschließlich des Hessischen Landtags.
54. Tätigkeitsbericht zum Datenschutz · Berichtsjahr 2025
Erschienen 14. April 2026 · 368 Seiten · Leitung: Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Die Zahlen des Berichts
Jede Zahl mit wörtlichem Zitat. Ein Klick auf die Seitenzahl öffnet das PDF an der Stelle.
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Beschwerden
6.070
+58 % ggü. Vorjahr
Zählweise: Kalenderjahr 2025 (Spalte rechts; links 2024). Schriftliche Beschwerden nach Art. 77 DSGVO einschließlich Abgaben, ohne 1.220 Hinweise nicht Betroffener. Schriftliche Eingaben insgesamt: 8.488.
„Anzahl von Beschwerden, die im Berichtszeitraum nach 3.839 6.070 DS-GVO eingegangen sind."
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Gemeldete Datenpannen (Art. 33 DSGVO)
2.730
+28 % ggü. Vorjahr
Zählweise: Kalenderjahr 2025, Meldungen nach Art. 33 DSGVO und § 60 HDSIG.
„Die Meldungen von Datenschutzverstößen gemäß Art. 33 DS-GVO nahmen im Berichtszeitraum um 28 % zu: von 2.141 im Jahr 2024 auf 2.730 im Jahr"
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Beratungen und Anfragen
1.198
Zählweise: Nur schriftliche Beratungen 2025 (Spalte rechts; links 2024). Zusätzlich 2.796 telefonische Beratungen über 10 Minuten, hochgerechnet aus dem Monat November.
„Beratungen Anzahl von schriftlichen Beratungen. Dies umfasst sum- 1.171 1.198"
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Bußgeldverfahren
48
Zählweise: 2025 neu eingeleitete Geldbußenverfahren. Verhängt wurden 47 einzelne Geldbußen (wie im Vorjahr).
„Im Berichtsjahr leitete ich 48 Geldbußenverfahren ein. Damit stieg die Zahl der neuen Fälle im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht an."
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Festgesetzte Bußgelder
190 Tsd. €
−65 % ggü. Vorjahr
Zählweise: Festgesetzte Geldbußen 2025; laut Bericht ist der Großteil bereits rechtskräftig.
„Das Gesamtvolumen der festgesetzten Geldbußen belief sich im Berichtsjahr auf einen Betrag von 190.100 €."
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Kontrollen und Prüfungen
nicht ausgewiesen
Zählweise: Im Bericht nicht als Gesamtzahl ausgewiesen.
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Personal (Stellen/Beschäftigte)
nicht ausgewiesen
Zählweise: Im Bericht nicht beziffert; es heißt nur, die Zahl der Mitarbeitenden sei in den letzten Jahren gleich geblieben.
Nur Behörden mit ausgewertetem Bericht und ausgewiesener Zahl. Zählweisen unterscheiden sich.
- Hamburg 225,7
- Bremen 108,2
- Hessen 96,7
- Saarland 77,7
- Berlin 77,2
- Bayern 73,6
- Nordrhein-Westfalen 70,0
- Baden-Württemberg 68,3
- Brandenburg 62,7
- Schleswig-Holstein 62,2
- Mecklenburg-Vorpommern 61,6
- Sachsen-Anhalt 52,8
- Niedersachsen 50,3
- Sachsen 29,5
- Rheinland-Pfalz 26,9
- Thüringen 22,5
Worauf die HBDI schaut
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Beschwerden plus 58 Prozent – Behörde an der Belastungsgrenze
- KI
- Sonstiges
Die Beschwerden stiegen 2025 von 3.839 auf 6.070, besonders stark bei Auskunfteien, Videoüberwachung und Beschäftigtendaten. Als einen Grund nennt die Behörde KI-Chatbots, die auf die kostenlose Aufsicht verweisen und Beschwerden gleich mitformulieren. Bei gleichbleibendem Personal kündigt sie Priorisierung und längere Bearbeitungszeiten an.
„Viele lassen sich dann ihre Beschwerden und Hinweise von KI-Tools formulieren. All dies führt zu einer Überlast an Eingaben, die meine Behörde bei"
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Microsoft 365: Weg zur datenschutzgerechten Nutzung
- Cloud & Drittland
Nach Verhandlungen mit Microsoft hat der Anbieter seinen Datenschutznachtrag und die Datenverarbeitung angepasst. Nutzer in Hessen erhalten damit zusätzliche Informationen und Einstellmöglichkeiten, müssen aber ihren eigenen Beitrag zur datenschutzgerechten Nutzung leisten. Zugleich mahnt die Behörde, Abhängigkeiten von US- und chinesischen Anbietern durch Alternativen zu verringern.
„Gesprächen mit Microsoft gelungen ist, Wege zu finden, wie die Nutzer von Microsoft 365 in Hessen ihre Datenverarbeitung datenschutzgerecht durchführen können."
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Rekord bei Datenpannen, Angriffe zielen auf Dienstleister
- Datensicherheit & Datenpannen
Mit 2.730 Meldungen erreichten die Datenpannen einen Höchststand. Angriffe auf IT-Systeme nahmen um 30 Prozent zu und treffen zunehmend Auftragsverarbeiter, über die viele Kunden zugleich betroffen sind. Die Behörde prüfte unter anderem Ransomware-Angriffe auf Pflegeeinrichtungen und Phishing-Vorfälle.
„Sie richten sich zunehmend gegen Auftragsverarbeiter, die für viele Unternehmen und Behörden arbeiten, und verstärken damit das Schadenspotenzial"
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Werbung: Zweckentfremdung und ignorierte Widersprüche
- Werbung & Tracking
Die Behörde griff mehrfach ein, weil Unternehmen Daten aus anderen Zusammenhängen – etwa aus Corona-Testzentren – für Werbung nutzten. Bei einem Reiseunternehmen gingen durch einen Systemfehler die Werbewidersprüche von gut 5.000 Kunden verloren; technische Fehler entlasten dabei nicht, es folgte ein Bußgeldverfahren.
„Insgesamt waren knapp über 5.000 Kunden des Unternehmens in der Europäischen Union sowie in Liechtenstein, der Schweiz und Norwegen von diesem technischen Fehler betroffen"
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Beschäftigtendatenschutz: Leistungs- und Verhaltenskontrolle
- Beschäftigtendatenschutz
Beschwerden aus Arbeitsverhältnissen stiegen um 83 Prozent. Häufig musste die Behörde eingreifen, wenn Arbeitgeber Verhalten und Leistung ihrer Beschäftigten überwachten; zugleich betont sie, dass berechtigte Arbeitgeberinteressen, etwa bei Straftaten, eine Verarbeitung tragen können.
„Im Bereich des Beschäftigtendatenschutzes erhalte ich viele Beschwerden, die es oft erfordern, korrigierend einzugreifen. Dies gilt insbesondere für Fälle, in denen das Verhalten und die Leistung von Beschäftigten"
Was das für Unternehmen in Hessen heißt
- Pflegen Sie Werbewidersprüche so, dass sie Systemwechsel und Datenmigrationen überstehen. Ein technischer Fehler entlastet nicht – in Hessen führte er zu einem Bußgeldverfahren.
- Nutzen Sie Kundendaten nur für den Zweck, für den Sie sie erhoben haben. Wer Daten aus einem anderen Zusammenhang für Werbung verwendet, riskiert eine Untersagung und ein Bußgeld.
- Wenn Sie Microsoft 365 einsetzen, prüfen Sie die von Microsoft bereitgestellten Informationen und Einstellungen. Die hessische Aufsicht erwartet, dass Nutzer ihren Teil zur datenschutzgerechten Nutzung selbst beitragen.
- Prüfen Sie die Sicherheit Ihrer Dienstleister mit, nicht nur die eigene. Angriffe richten sich zunehmend gegen Auftragsverarbeiter, über die viele Kunden auf einmal betroffen sind.
Unsere Einordnung aus dem Bericht, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Geprüft am 19. Oktober 2026. Gefunden einen Fehler? Schreiben Sie uns.
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Aufsicht über Unternehmen, Vereine und öffentliche Stellen mit Sitz in Hessen, einschließlich des Hessischen Landtags.
Laut 54. Tätigkeitsbericht zum Datenschutz 6.070 (Vorjahr: 3.839). Kalenderjahr 2025 (Spalte rechts; links 2024). Schriftliche Beschwerden nach Art. 77 DSGVO einschließlich Abgaben, ohne 1.220 Hinweise nicht Betroffener. Schriftliche Eingaben insgesamt: 8.488. Quelle: Seite 299 des Berichts.
Im Berichtszeitraum 2.730 Meldungen nach Art. 33 DSGVO (Vorjahr: 2.141). Kalenderjahr 2025, Meldungen nach Art. 33 DSGVO und § 60 HDSIG.
Der aktuelle 54. Tätigkeitsbericht zum Datenschutz erschien im 14. April 2026. Die Berichte erscheinen üblicherweise um den April. Wir prüfen die Veröffentlichungsseite monatlich und werten neue Berichte nach demselben Schema aus.
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