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ULD: Tätigkeitsbericht 2026 (44. Tätigkeitsbericht, Landtagsdrucksache 20/4234) (2025) — Zahlen und Schwerpunkte

Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein — Aufsicht über Unternehmen, Vereine und öffentliche Stellen mit Sitz in Schleswig-Holstein.

Tätigkeitsbericht 2026 (44. Tätigkeitsbericht, Landtagsdrucksache 20/4234) · Berichtsjahr 2025

Erschienen April 2026 · 146 Seiten · Leitung: Dr. h. c. Marit Hansen

Die Zahlen des Berichts

Jede Zahl mit wörtlichem Zitat. Ein Klick auf die Seitenzahl öffnet das PDF an der Stelle.

  • Beschwerden

    1.839

    +39 % ggü. Vorjahr

    Zählweise: Beschwerden in eigener Zuständigkeit, davon 1.498 gegen Unternehmen und andere nicht-öffentliche Stellen. Eingegangen sind insgesamt 2.276 schriftliche Beschwerden; 437 wurden an andere Behörden abgegeben.

    „Insgesamt wurden in eigener Zuständigkeit 1.839 (Vorjahr: 1.327) Beschwerden bearbeitet"

  • Gemeldete Datenpannen (Art. 33 DSGVO)

    775

    +29 % ggü. Vorjahr

    Zählweise: Umfasst auch Meldungen nach § 41 LDSG und § 65 BDSG.

    „Die Zahl von 775 (Vorjahr: 602) gemeldeten Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten nach Artikel 33 DSGVO"

  • Beratungen und Anfragen

    576

    „in 576 Fällen (Vorjahr: 443) in Anspruch genommen"

  • Bußgeldverfahren

    5

    Zählweise: Gezählt sind verhängte Geldbußen, nicht eingeleitete Verfahren.

    „5 Geldbußen (Vorjahr: 3) in einer Gesamthöhe von mehr als 280.000 Euro."

  • Festgesetzte Bußgelder

    280 Tsd. €

    Zählweise: Untergrenze: Der Bericht nennt „mehr als 280.000 Euro“.

    „5 Geldbußen (Vorjahr: 3) in einer Gesamthöhe von mehr als 280.000 Euro."

  • Kontrollen und Prüfungen

    nicht ausgewiesen

    Zählweise: Keine Gesamtzahl ausgewiesen. Der Bericht nennt je eine anlasslose Prüfung im öffentlichen und im nicht-öffentlichen Bereich (Vorjahr: zehn bzw. zwölf), S. 14.

    „Ohne vorherige Beschwerde wurden eine (Vorjahr: zehn) Prüfung im öffentlichen und eine Prüfung (Vorjahr: zwölf) im nichtöffentlichen Bereich begonnen"

  • Personal (Stellen/Beschäftigte)

    nicht ausgewiesen

    Zählweise: Im Bericht nicht ausgewiesen.

Beschwerden je 100.000 Einwohner im Ländervergleich

Nur Behörden mit ausgewertetem Bericht und ausgewiesener Zahl. Zählweisen unterscheiden sich.

  1. Hamburg 225,7
  2. Bremen 108,2
  3. Hessen 96,7
  4. Saarland 77,7
  5. Berlin 77,2
  6. Bayern 73,6
  7. Nordrhein-Westfalen 70,0
  8. Baden-Württemberg 68,3
  9. Brandenburg 62,7
  10. Schleswig-Holstein 62,2
  11. Mecklenburg-Vorpommern 61,6
  12. Sachsen-Anhalt 52,8
  13. Niedersachsen 50,3
  14. Sachsen 29,5
  15. Rheinland-Pfalz 26,9
  16. Thüringen 22,5

Worauf die ULD schaut

  1. Bußgelder gegen drei Banken wegen Smart-Data-Analysen

    • Werbung & Tracking

    Drei Kreditinstitute gaben mehrere Tausend Kundendatensätze an einen Dienstleister, der Zahlungs-, Stamm- und Wohnumfelddaten auswertete. Ziel war gezielte Werbung für passende Produkte. Das ULD verhängte gegen jedes Institut eine Geldbuße, obwohl die Werbung nie verschickt wurde.

    „Diese hatten unbefugt personenbezogene Daten von Kundinnen und Kunden zum Zweck der Profilbildung für zielgerichtete Werbemaßnahmen verarbeitet."

  2. Kameras mit Ton im Lager

    • Videoüberwachung
    • Beschäftigtendatenschutz

    Ein Unternehmen filmte sein Lager mit neun Kameras rund um die Uhr, mit Tonaufnahme, 14 Tagen Speicherdauer und Live-Zugriff der Geschäftsführung, auch an festen Arbeitsplätzen. Ein allgemeiner Diebstahlverdacht ohne dokumentierte Anhaltspunkte reichte nicht. Unterschriebene Einverständniserklärungen änderten daran nichts.

    „Das Unternehmen gab an, dass im Lager neun Videokameras in Betrieb seien und auch die Tonaufnahmefunktion der Kameras aktiviert sei."

  3. GPS-Tracker in Firmenfahrzeugen

    • Beschäftigtendatenschutz

    Beschwerden über GPS-Tracker nehmen zu. Viele Arbeitgeber halten Fahrzeugstandorte nicht für personenbezogen und informieren deshalb nicht. Das ULD widerspricht: Wer weiß, wer wann welches Fahrzeug fuhr, verarbeitet personenbezogene Daten.

    „Immer häufiger erreichen uns Beschwerden von Beschäftigten zu GPS-Trackern, die vom Arbeitgeber in den Firmenfahrzeugen verbaut werden."

  4. Ausweiskopien im Handel

    • Sonstiges

    Mehrere Beschwerden betrafen Unternehmen, die Personalausweise kopieren, etwa beim Ankauf eines Laptops. Eine Kopie ist nur mit Zustimmung der Inhaber und nur als Kopie erkennbar zulässig.

    „Beim ULD gingen mehrere Beschwerden hinsichtlich des Anfertigens von Personalausweiskopien durch private Unternehmen ein."

  5. Hohe Dunkelziffer bei Datenpannen

    • Datensicherheit & Datenpannen

    Trotz Rekordzahl der Meldungen stellt das ULD bei Prüfungen immer wieder fest, dass Pannen nicht gemeldet wurden. Als Gründe nennt es Unkenntnis, Fehleinschätzungen und eine Fehlerkultur, die Meldungen verhindert.

    „Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer von Fällen aus, in denen die Verantwortlichen der Meldepflicht nicht nachgekommen sind."

Was das für Unternehmen in Schleswig-Holstein heißt

  • Kundendaten nicht ohne Rechtsgrundlage an Dienstleister für Werbe- oder Affinitätsanalysen geben; schon die Analyse kann ein Bußgeld auslösen.
  • Keine Tonaufnahme mit Videokameras und keine Dauerüberwachung von Arbeitsplätzen; Einverständniserklärungen der Belegschaft helfen nicht.
  • Beschäftigte vor dem Einsatz von GPS-Trackern informieren; Standortdaten von Firmenwagen sind personenbezogen.
  • Einen internen Meldeweg für Datenpannen schaffen, damit die 72-Stunden-Frist eingehalten wird.

Unsere Einordnung aus dem Bericht, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Geprüft am 19. Oktober 2026. Gefunden einen Fehler? Schreiben Sie uns.

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Häufige Fragen zur ULD

Aufsicht über Unternehmen, Vereine und öffentliche Stellen mit Sitz in Schleswig-Holstein.

Laut Tätigkeitsbericht 2026 (44. Tätigkeitsbericht, Landtagsdrucksache 20/4234) 1.839 (Vorjahr: 1.327). Beschwerden in eigener Zuständigkeit, davon 1.498 gegen Unternehmen und andere nicht-öffentliche Stellen. Eingegangen sind insgesamt 2.276 schriftliche Beschwerden; 437 wurden an andere Behörden abgegeben. Quelle: Seite 13 des Berichts.

Im Berichtszeitraum 775 Meldungen nach Art. 33 DSGVO (Vorjahr: 602). Umfasst auch Meldungen nach § 41 LDSG und § 65 BDSG.

Der aktuelle Tätigkeitsbericht 2026 (44. Tätigkeitsbericht, Landtagsdrucksache 20/4234) erschien im April 2026. Die Berichte erscheinen üblicherweise um den April. Wir prüfen die Veröffentlichungsseite monatlich und werten neue Berichte nach demselben Schema aus.

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